Bisherige Rezensionen

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Minny Baker: Alpha 100
Rezension erstellt von Martin Fischer am 1. November 2017 um 18:55

Stationen einer jungen Liebe

Beth ist schon bald 2 1/2 Jahre bei UCoP in London. Das Buch beginnt damit, dass ihr Henry endlich gesteht, dass er sie liebt. Doch sie sind ihre Stellung als Alpha ones los. Nun müssen sie darum fürchten, überhaupt aus dem Team geschmissen zu werden. Das lassen sie nicht auf sich sitzen und kämpfen. Aber auch ihre junge Liebe erlebt einige Aufs und Abs.

Die Autorin hat sich gegenüber den ersten 2 Bänden stark verbessert. Doch der Hang zu komplizierten Sätzen bleibt. Jedoch sind die Dialoge wieder gewohnt griffig und spannend.

Der erste Band hielt mich in nägelkauender Spannung gefangen. Das konnte dieser dritte Band nicht mehr. Beth und Henry sind authentisch, ich konnte mit beiden mitfühlen. Sean kaufte ich seine Antihaltung gegen das Liebespaar nicht ganz ab, ausser Claire blieben die anderen Alphas für mich etwas farblos und im Hintergrund.

Wer die ersten beiden Bände der Serie gelesen hat, taucht sofort wieder in die von Minny Baker erschaffene UCoP-Welt ein. Ohne Vorkenntnis wird es vermutlich etwas tricky.

4 Sterne - Gute Unterhaltung, kleine Schwächen.
 Laila Ibrahim: Gelber Krokus
Rezension erstellt von Martin Fischer am 9. Juli 2017 um 11:39

Sklaven und die Weissen - Einblick in zwei Welten

Das Buch erzählt zwei Geschichten. Einerseits die der Sklavin Mattie in einem Herrschaftshaus in Virginia um 1836 bis zu ihrer Flucht nach Ohio zwölf Jahre später. Andererseits die von Elizabeth (Lisbeth), die 1836 in eben jenem Herrschaftshaus zur Welt kam und von Mattie als Amme aufgezogen wurde. Da ihre eigene Mutter mit diesem Neugeborenen nichts anzufangen wusste, wurde die Bindung zur Amme umso stärker und bestimmte ihr späteren Lebensentscheidungen. Lisbeths Entwicklung durch verschiedene Stadien des Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalters werden punktuell und doch zusammenhängend erzählt, sodass man mit ihr gross wird.

Lange Passagen in erzählendem, für mich eher langfädigem Stil lösten sich mit Passagen spannender Handlung und zwischenmenschlicher Beziehungen ab, in die ich fieberhaft lesend eintauchen konnte. Insgesamt entwickelt das Buch einen angenehmen Rhytmus, der einen immer wieder weiterzieht.

Das Buch hat mir im Grossen und Ganzen gut gefallen. Lisbeths Entwicklung war stimmig beschrieben und ihre Entscheidung gegen Ende des Buches nachvollziehbar. Mit Mattie litt ich mit, wie als Jugendlicher beim Lesen von Onkel Toms Hütte.

Der Roman wird Jugendliche und Erwachsene gleichermassen ansprechen. Die beschriebenen Liebesszenen würden einem Film "ab 12" eintragen, ebenso die wenigen Szenen mit körperlicher Gewalt.

4 Sterne - Gute Unterhaltung, kleine Schwächen.
 J. Vellguth: Das Päckchen
Rezension erstellt von M. W. Fischer am 28. April 2017 um 11:36

Wechselbad der Gefühle

Emma arbeitet in einer Kinderbücherei, die durch einen Wasserschaden zum Abrissobjekt wird. Auf ihrem Booktube-Kanal startet sie eine Spendenaktion und verlost ihren wertvollsten Besitz, eine vom berühmten Autor Richard Taylor signierte Autogrammkarte mit persönlicher Widmung. Die Abonnentenzahl dümpelt mit 17 Abonnenten dahin und auch die Spendeneinnahmen von 35 Euro reichen nirgends hin, um die Kinderbücherei zu renovieren. Erst als ihr Lukas, ein neuer Follower, ein Paket und einen Plan schickt, kommt Bewegung in die Sache, in jeder Hinsicht. Doch wer ist Lukas, weshalb will er sich ihr nicht zeigen, welche Fäden hat er gezogen, als Emmas Kanal-Follower plötzlich in die Höhe schnellen? Hat ihre Liebe eine Chance, wenn so viele undiskutierte Geheimnisse zwischen ihnen stehen?

Mit diesem neuen Roman hat die Autorin, Jacky Vellguth, ihren Stil weiter gefestigt, mit ihrer blumigen, vergleichenden Sprache, die im Leser sofort Bilder und Gefühle auslöst. Die Geschichte ist gut durchdacht, es werden früh Hinweise gepflanzt, die gegen Schluss geerntet werden, ohne dass es kitschig oder herbeigezogen wirkt.

Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt. Ich tauchte in das Setting ein, lernte Emma und Lukas kennen und freute mich riesig, als sie entdeckte, wie ihre Followerzahlen in die Höhe schnellten, litt mit, als ihre Beziehung zu zerbrechen drohte und hätte ihnen gerne einen Schubs gegeben, sich endlich zu öffnen und über ihre Vergangenheiten zu sprechen. Wie es so ist, weiss der Leser oft mehr, als die armen Figuren, die nicht aus ihrer Haut können, zumindest nicht so schnell.

Ein herzerwärmender Frühsommer-Roman, und ein absolutes Muss für Romantiker, weibliche wie männliche.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Ella Wünsche: Drei Küsse für ein Halleluja
Rezension erstellt von Martin Fischer am 30. Oktober 2016 um 19:46

Liebesgeschichte mal ganz anders

Sarah verlässt nach 13 Jahren die evangelische Schwesternschaft und zieht zu ihrer Cousine nach Berlin, um einen Mann zu finden und Kinder zu kriegen. Als sie eine Anstellung als Haushälterin bei dem berühmten Schauspieler James King bekommt, ahnt sie nicht, dass ihr Leben schon bald noch mehr auf dem Kopf steht, weil sie sich nämlich verliebt. In einen "Ungläubigen". Was ist stärker, ihre christlichen Prinzipien oder ihre Liebe zum James?

Den Stil würde ich nicht "locker, flockig" nennen, sondern eher tiefgründig und ernsthaft, auch wenn es zwischendurch mal witzig wird. Wer selber christlichen (tiefgläubigen) Hintergund hat weiss, dass es eine Szene gibt, die so einer gerade aus dem Kloster ausgetretenen nie passieren würde. Aber die Geschichte ist in sich stimmig und strebt gegen Ende des Buches den Spannungsberg hinauf.

Obwohl der Roman jetzt nicht super spannend war, wirkte er fast hypnotisch auf mich, sodass ich ihn in kürzester Zeit gelesen hatte. Vor allem Sarah ist unglaublich liebenswert und sympathisch. Im Kopfkino sah ich in ihr immer Blake Lively, die auch so herzensgut dreinschauen kann.

Ich überlege mir, den Roman auch in gedruckter Form zu kaufen, und das will etwas heissen. Also meine absolute Leseempfehlung. Grosses Herzkino, warme Gefühle, tiefschürfende Inhalte über Glauben und Authentizität.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Jacky Vellguth: #FolgeDeinemHerzen
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 10. Juli 2016 um 17:40

Mach dich auf etwas gefasst!

Sara, eine angehende Tierärztin, veranstaltet für das Tierheim, in dem sie ein Praktikum macht, eine Spendenaktion und verkauft Cupcakes im Central Park in New York. BigJake, ein Social Media Vlogger mit 4 Millionen Abonnenten, liebt Hunde und veranstaltet ebenfalls eine Spendenaktion für Tierheime, indem er ein Date mit ihm verlost. Sara möchte eigentlich für ihre Freundin ein Date mit einem anderen Vlogger, Milo77, gewinnen, landet aber nach einigen Verwicklungen bei einem Date mit diesem arroganten BigJake, dessen Ego höher als der höchste Wolkenkratzer ist. Und ausgerechnet dieser Blödmann wollte sie an ihrem Cupcakesstand filmen. Doch nach und nach entpuppt er sich als weichherziger, tierliebender Mensch, in den sie nicht anders kann, als sich zu verlieben. Nur, wie lässt sich eine Beziehung zu einem Medienguru, dessen Leben in der Öffentlichkeit abspielt, mit ihrem Trauma vereinbaren, das sie seit der Highschool mit sich herumträgt und peinlich genau darauf achtet, dass ihr Gesicht nie, nie wieder im Internet auftaucht?

Das Buch ist einfach perfekt geschrieben. Schon nach wenigen Zeilen greifen verschiedene Faktoren, die einen durch das Buch rasen lassen: Perfektes Timing, perfekte Wortwahl, Witz, Tragik und steigende Spannung. Dabei werden die Lachmuskeln angesprochen, aber auch die Tränendrüsen. Kein Wort zuviel, keines zuwenig. Einfach perfekt, aber ich wiederhole mich.

Ganz besonders herausragende Szenen: Sara und Jake erleben gerade mit, wie Rocky, ein tauber Hund, eingeschläfert wird, obwohl sie mit ihm spazieren und ihn filmen wollten. Sara hat es verbockt, aber auch Jake ist nicht ganz unschuldig daran. Sie versucht das Steuer herumzureissen, aber er schmeisst die Postkarte ungelesen weg und beachtet auch ihre Mails nicht mehr. Alles droht zu scheitern. Aber, oh Wunder, es ist ja schliesslich ein Liebesroman!

Lass deine Finger von diesem Buch, wenn du nur schwülstige, langatmige Schinken lesen willst. Lass es sein, wenn du ein trauriges Ende suchst, bei dem du dich drei Tage in Taschentüchern suhlen willst.
Allen anderen aber, die eine lustige, nachdenkliche, traurige und euphorische Lovestory suchen mit aktuellstem Bezug zu der heutigen Social Media-Welt, denen sei dieses wunderbare Buch wärmstens empfohlen.
Ich kann leider "nur" 5 Sterne vergeben, verdient hätte es 10.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Phillip P. Peterson: Transport 2: Todesflut
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 5. Juni 2016 um 12:57

Britzelnde Spannung bis zur letzten Seite

Klappentext: Russell und die anderen Überlebenden des Transporter-Projekts haben zusammen mit einer Gruppe verschollener Soldaten und Wissenschaftler eine Kolonie auf dem Planeten New California gegründet. Nach langen Jahren harter Arbeit blicken die unfreiwilligen Kolonisten endlich wieder hoffnungsvoll in die Zukunft. Aber sie ahnen nicht, dass auf ihrer neuen Heimat eine tödliche Bedrohung auf die Siedler wartet. Als die Menschen die herannahende Gefahr bemerken, ist es fast zu spät und Russell muss im Angesicht des Todes um das Überleben seiner Familie kämpfen.

Der Autor hat seinen tollen Stil weiter perfektioniert und eine absolut wasserdichte Story geschrieben. Wiederum super lektoriert, flutscht die Geschichte fehlerlos rein, was grossen Spass macht.

Meine Meinung: Kontemplative Phasen, die einen verschnaufen lassen, wechseln sich ab mit atemberaubender Action und gut eingefangenen, zwischenmenschlichen Konflikten. Und dann kommt die Todesflut, vor der es kein Entrinnen gibt. Ich ärgerte mich über das Ekel Ben, fühlte mit Drew und zitterte für Russel.

Der erste Band von Transport habe ich vor einiger Zeit gelesen. Trotzdem fand ich schnell wieder den Anschluss, bzw. die Geschichte ist in sich abgeschlossen.
Volle Leseempfehlung für Sci-Fi-Fans.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Dan Sehlberg: SINON
Rezension erstellt von Martin Fischer am 4. Mai 2016 um 20:36

Guter Schreibstil, schwache Story

Es gäbe einige Namen aufzuzählen, wer in dem Roman mitspielt, aber es fällt mir schwer, einen roten Faden zu finden. Das Buch ist die Fortsetzung des Thrillers MONA, auf den immer wieder angespielt wird. Streckenweise ist die Handlung nicht verständlich, wenn man MONA nicht gelesen hat.

Einerseits beherrscht Sehlberg einen spannenden, actionreichen Schreibstil, den er mit tollen Dialogen zu würzen weiss. Andererseits wird viel zu viel Geschichte erzählt in einer Art und Weise, die einen lange rätseln lässt, worum es überhaupt geht.

Meine Meinung: Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks mitgelesen und mich sehr darauf gefreut. Doch schon die ersten Kapitel waren von den unterschiedlichen Schreibstilen durchzogen und die Geschichte wurde je länger, je unklarer. Es gab keinen Protagonisten, der mein Herz gefesselt hätte. Viele Personen verhalten sich dumm und blauäugig und werden jeweils abgeschlachtet. Der Mossad und einige Agenten spielen eine besondere Rolle: Sie sind blutrünstige, menschenverachtende Monster und töten sich ihren Weg zum Ziel.
Nachdem es um einen pandemiefähigen Virus gehen sollte, kam der erstaunlich wenig zum Einsatz.
Das Buch hatte interessante Ansätze und ist streckenweise brilliant geschrieben. Dennoch liess es mich kalt, weil die Geschichte zu verworren und unwahrscheinliche Begebenheiten allzu häufig waren.

Wenn man MONA kennt, könnte es sein, dass die Geschichte Sinn macht. Ohne diese Vorkenntnis - und das wurde in der Ausschreibung der Leserunde behauptet - kann ich das Buch nicht empfehlen.

3 Sterne - Mittelmässiger Roman.
 Daniel Glattauer: Alle sieben Wellen
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 24. März 2016 um 9:03

Das Warten auf Emails zelebriert

Es geht um Leo und Pamela. Und es geht um Emmi, Bernhard und ihre beiden Kinder. Und es geht um Emmi und Leo, und Leo und Emmi. Emmi und Leo schreiben sich wieder Emails. Mal kurze und kürzeste, sodass man kaum mehr folgen kann, wer jetzt gerade schreibt, mal längere (nüchterne) und ellenlange (betrunkene). Sie treffen sich ein paar Mal, aber das erlebt man bloss aus den Emails, die darauf folgen.

Der Schreibstil ist wieder, wie schon im ersten Buch "Gut gegen Nordwind", witzig, knackig, extravagant, spielerisch und kurzweilig.

Nach dem ersten Buch war ich gespannt, wie es mit der Thematik weitergeht. Leider war das "Neue" des ersten Buches verflogen, sodass sich die Geschichte zwischendurch etwas zähflüssig hinzog. Trotzdem verschlang ich den Roman, weil ich ständig von der Neugierde getrieben wurde: Löst sich der Beziehungsknoten noch auf? Und wie?

Alles in allem immer noch eine sehr amüsante Unterhaltung, die von der unaufgelösten Spannung und dem zelebrierten Warten auf die nächste Email lebt.

4 Sterne - Gute Unterhaltung, kleine Schwächen.
 Marcus Sakey: Die Abnormen
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 13. März 2016 um 15:17

Erschreckende Extrapolation

Seit 1980 werden auf der ganzen Welt Begabte geboren. Die einen können riesige Zahlen im Kopf rechnen, andere ganze Telefonbücher auswendig lernen. Wieder andere fegen jeden Schachmeister aus dem Spiel oder können Muster erkennen.
Nick Cooper ist solch ein Abnormer, wie sie genannt werden und arbeitet für die Ausgleichsbehörde. Er jagt abnorme Terroristen und Verbrecher, denen die normale Polizei nicht gewachsen ist.
Bis er vom Jäger zum Gejagten wird.

Die zahlreichen Actionszenen sind atemberaubende Pageturner. Dazwischen immer wieder knackige und intelligente Dialoge, bei denen ich aber bemängeln muss, dass man durch die Ping-Pong-Technik oft die Übersicht verliert, wer nun gerade spricht. Auch die kursiv gesetzten Gedankeneinschübe mitten in einer Handlung sind zwar witzig, aber hemmen den Actionfluss.

Wenn man von den kleinen Mängeln absieht, die übrigens Geschmackssache sind, hat mich das Buch von Anfang an gepackt und mir nächtliche Lesestunden beschert. Ich könnte keine Szene nennen, die mir am besten gefallen hat. Das ganze Werk ist einfach clever und erschreckend fantastisch.

Wer gerne intelligente Dystopie-Thriller mit einem Schuss Liebesgeschichte liest, wird seine Freude daran haben.

Klare Empfehlung!

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Jane Austen: Stolz und Vorurteil
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 3. März 2016 um 20:48

Die Geschichte hat mich umarmt und festgehalten

Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich bei diesem Klassiker. Ich habe die Ausgabe von eClassica (15.3.2012) gelesen.

Wohl noch nie habe ich ein solches Buch gelesen. Anfangs erdrückte mich die schwülstige Sprache mit ihren umständlichen, altmodischen Formulierungen fast. Aber schon bald fand ich Gefallen daran, einer langsam und ausführlich erzählten Geschichte zu folgen, die sich dahinzog wie ein Strom aus Joghurt.

Was soll ich sagen? Ich habe mich total in das Buch und die Figuren verliebt. Die Charaktere sind derart lebendig beschrieben, dass man die Peinlichkeiten von Mrs. Bennet und ihren jüngeren Töchtern beinahe körperlich fühlt. Man nervt sich über das kalte, dünkelhafte Getue von Mr. Darcy und leidet mit Jane und Elisabeth. Wo moderne Romane von Anfang an spannend und actionreich sein müssen und man knackige Dialoge erwartet, erweist sich dieser Slowdown als durchaus angenehm und erfrischend. Die aufgetretenen Gefühle äusserten sich viel intensiver, als bei vergleichbaren modern geschriebenen Geschichten.
Eine der schönsten und ergreifendsten Passagen waren die Begebenheiten in Pemberley, als Elisabeth die Haushälterin von Mr. Darcy über diesen schwärmen hörte und derselbige dann auch noch persönlich auftauchte.

Obwohl von eingefleischten Austen-Fans die Übersetzung bemängelt wurde, hatte ich beim Lesen grösstes Vergnügen. Noch näher am englischen Original wäre mir wohl "too much" gewesen. Wer sich entschleunigen will und die Geduld und Musse aufbringt, sich in diese schöne heile Welt mit ihren Unzulänglichkeiten und Problemen einzufinden, wird an diesem Buch sein grösstes Vergnügen haben.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Martin Fischer: Liebe aus zweiter Hand
Rezension erstellt von danzmoidl am 9. Februar 2016 um 12:35

Da entsteht was Großes

Endlich kenne ich die Vorgeschichte von Regina und Thomas. Ich habe mich schon immer gefragt wie die beiden zusammen gekommen sind. Da mir die anderen Bücher von Martin Fischer so wahnsinnig gut gefallen, war es für mich ein Muss, auch diese Kurzgeschichte in die Hand zu nehmen.

Wie immer super gut. Man kann über die Seiten fliegen, weshalb es einen nicht wundert, dass diese Geschichte in einer halben Stunde gelesen ist.

Ich mag Martin Fischer und ich mag seine Bücher. Die Personen sind so toll dargestellt, man mag am liebsten nach Bern fahren um sie zu treffen. Schade, dass das nicht geht. Die Freundschaft ist ein wichtiges Gut, sie steht in dieser Geschichte im Vordergrund.

Man muss das Buch einfach kaufen / lesen. Eine andere Möglichkeit hat man nicht. Es eignet sich vor allem für Jugendliche / junge Erwachsene, aber auch die ältere Generation wird hiermit sicher seine Freude haben.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Christine Jaeggi: Die Muschelprinzessin
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 4. Januar 2016 um 22:09

Spannender Krimi mit Herz

Nora, eine 27jährige Looserin verliert ihren Job, ihre Familie und Freunde. Das Blatt scheint sich zum Guten zu wenden, als sie Estelle kennenlernt, die Direktorin eines Nobelhotels. Sie bietet ihr einen Job als Empfangsdame an und ein Zimmer im Personalhaus. Als sie auch noch Max, einen einflussreichen, vermögenden und gut aussehenden Banker kennenlernt, scheint ihr das Glück ins Gesicht. Doch kurz nach ihrem Stellenantritt wird Estelles Ehemann, der Direktor, in seinem Büro ermordet. Nora unterstützt den geheimnisvollen Hotelgast, David Preston, bei seinen privaten Ermittlungen und gerät selber immer tiefer in die verzwickten Abhängigkeiten und Intrigen im Dunstkreis der Hoteliersfamilie.

Von der ersten Seite an zog mich die Geschichte und die Protagonistin, Nora, in ihren Bann. Christine Jaeggi schreibt locker und sehr stilsicher. Als Testleser durfte ich das erst grob korrigierte Buch lesen und auch da suchte ich Fehler vergeblich! Super Leistung!

Christine Jaeggi gelang mit diesem Buch ein geniales Meisterwerk. Die Spannung nimmt langsam zu, steigert sich kontinuierlich bis zum Feuerwerk am Schluss. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt gewisse wichtige Geschehnisse im Jahr 1963 in der Bretagne, die auf die aktuelle Geschichte einen entscheidenden Einfluss haben. Aber Christine Jaeggi zögert die Auflösung dieser Backstory bis zum Zerreissen hinaus. Hervorragend gelungen!

Für jeden Krimifan ist dieses Buch ein Muss! Wer die Weltstadt Zürich liebt, findet noch weitere Anreize, dieses spannende Buch zu lesen. Altersgruppe ab 12 Jahren, würde ich sagen.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Susann Rehlein: Die erstaunliche Wirkung von Glück
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 8. Dezember 2015 um 22:44

Wundervoll und tiefgründig

Dorle, eine 24-jährige Frau, lebt im Souterrain eines Berliner Hauses, in dem hauptsächlich Rentner wohnen. Ihren kargen Lebensunterhalt verdient sie mit dem Auffädeln von Kronleuchterkristallen. Ansonsten wird sie von den Hausbewohnern als Dienstmädchen und Fussabtreter missbraucht ... wobei ... Dorle lässt sich alles gefallen. Sie möchte und kann an diesem Zustand nichts ändern. Bis sie Frau Sonne aus dem 5. Stock kennenlernt und von ihr ein einmalig grosszügiges Angebot erhält: sie soll während deren Abwesenheit in ihrer grossen Wohnung wohnen, muss aber ein paar Auflagen in Kauf nehmen.

Selber ein Autor, verneige ich mich vor dem schönen und flüssigen Schreibstil dieses Buches. Obwohl er vordergründig allen Regeln des Spannungsaufbaus zuwiderläuft, zieht einen die Geschichte sofort in ihren Bann und lässt nicht mehr locker, bis man die letzte Seite gelesen hat. Die Protagonistin macht eine wundervolle Veränderung durch. Vom grauen, unsichtbaren Aschenputel mausert sie sich durch viele Schmerzen und Tränen zur Prinzessin, die ansatzweise schon glänzt und schimmert. Die Geschichte könnte ruhig noch weitergehen.

Die Geschichte hat mich vordergründig nicht so sehr emotional berührt. Doch hat mich das Schicksal von Dorle sehr angesprochen. Das kann nur jemand nachvollziehen, der selber jahrelang unter Missachtung, Ablehnung und Minderwertigkeitsgefühlen gelitten hat.
Die äussere Aufmachung von Effi Schräubchen erinnerte mich stets an Effie Trinket aus den Hunger Games. Frau Sonne blieb völlig farblos im HIntergrund, während ich mir Joe Tornado sehr gut vorstellen konnte. Von Dorle erhielt ich äusserlich kein konkretes Bild, dafür sah ich ihr inneres Wesen klar vor mir.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Es ist nicht ein Liebesroman im herkömmlichen Sinn, eher den Weg einer vom Schicksal zerknautschten Person, die anfängt, zu leben.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Kirsten Wendt, Marcus Hünnebeck: Mein Nachbar und ich
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 1. November 2015 um 22:29

Witzig und temporeich mit pubertären Anwandlungen

Vicky ist eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrem 5-jährigen Sohn Luis den Alltag meistern muss. Simon ist ein alleinerziehender Vater, der mit seiner 5-jährigen Tochter Tilda ein Stockwerk unter Vicky wohnt. Vicky findet Simon einen Kotzbrocken und kann ihn nicht ausstehen. Als die Kita, wo Luis und Tilda tagsüber gehütet werden, bestreikt wird, muss Vicky wohl oder übel ihren unausstehlichen Nachbar Simon fragen, ob er auf Luis aufpassen kann, weil sie gerade eine Woche mit wichtigen, zukunftsträchtigen Terminen wahrnehmen muss.

Die Kapitel sind abwechslungsweise in der Ich-Form Präsens aus Sicht von Vicky und Simon geschrieben. Obwohl es ein Autorenduo war, das vermutlich den männlichen und weiblichen Part auch so unter sich aufgeteilt hat, stellte ich doch keine unterschiedlichen Schreibstile fest. Wirklich eine super Leistung! Für meinen Geschmack kommen ein Quentchen zu viele Kraftausdrücke vor.

Während der ersten beiden Kapitel hätte ich das Buch beinahe gelöscht. Hinterher betrachtet sind die Szenen stimmig, aber als Einstieg eher ungeeignet. Die erste Annäherung von Vicky und Simon ist ganz hervorragend und einfühlsam geschrieben. Man fiebert richtig mit. Die ausführlichen Sexszenen gegen das Ende hin jedoch fand ich eher aufgesetzt. Das hervorragende Buch brauchte sie einfach nicht.

Ich schwanke zwischen 4 und 5 Sternen, entscheide mich aber für 4. Auf jeden Fall bietet es gute, solide Unterhaltung.

4 Sterne - Gute Unterhaltung, kleine Schwächen.
 Daniel Suarez: Kill Decision
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 26. Oktober 2015 um 22:02

Erschreckend realistisch

Professor Linda McKinney erforscht das Verhalten der Weberameisen in Afrika, der kriegerischsten Kreatur der Erde und entwickelt ein Computermodell davon. Odin, Master Seargant einer Undercover Operations Gruppe erhält den geheimen Auftrag, die Drahtzieher hinter einer Serie von tödlichen Drohnenangriffen aufzudecken und auch bei einem Abbruchbefehl weiterzumachen; eine Aufgabe des Auftrages komme für ihn nicht infrage. Als sich die Stränge von Odin und McKinney verbinden - Supersoldat und intelligenter Ameisenforscherin - kommen sie den HIntermännern auf die Schliche.

Die ersten Kapitel sorgten für einige Verwirrung, weil das Buch nicht mit den Protagonisten, sondern mit verschiedenen Action-Szenen beginnt, wie im Vorspann eines Filmes, bevor die Titel eingeblendet werden. Doch im Buch funktionierte das nicht so gut. Als dann McKinney ins Rampenlicht rückt, ergibt alles langsam einen Sinn und die Geschichte nimmt gewaltig an Fahrt auf. Neben technisch-militärischem Jargon, der teilweise allzu extensiv gehandhabt wird, ist der Stil flüssig und spannend.

Dieser sehr realistische Hightech-Thriller hat mich, abgesehen vom etwas verkrampft wirkenden Anfang, total überzeugt und begeistert. Ursache und Wirkung sind stets aufeinander abgestimmt, sodass nie unrealistische Situationen entstehen. Das Grauen vor den autonomen High-Tech-Drohnen nimmt von Prüfung zu Prüfung zu, bis die winzige Mannschaft am Schluss gegen einen Übergegner antreten muss.

Diesem Buch gebe ich eine ganz klare Leseempfehlung mit auf den Weg. Von diesem Autor würde ich wieder einen Roman lesen.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 J. Moldenhauer: Freak like me
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 24. Oktober 2015 um 14:53

Hin und her gerissen

Ann Clancy, eine 18 jährige Schülerin aus New York zieht mit ihrer Mutter in eine unbenannt gebliebene Kleinstadt, um nach traumatischen Erlebnissen einen Neustart zu wagen. Dort gerät sie schon am ersten Schultag mit einer Schlägerbande aneinander und verliebt sich nach vielen Aufs und Abs in Jason, den heissesten Typen der Schule.

Leider muss ich den auf Amazon vorliegenden 1- und 2-Sternrezensionen recht geben. Die Grundidee zur Geschichte ist eigentlich interessant. Zumindest fiebert man mit den beiden Protagonisten mit, bis sie sich endlich aus ihrem Gefühlschaos und den unendlichen Missverständnissen erlösen. Aber weder Schreibstil noch Wortwahl konnten mich mitreissen. Ständig überflog ich Seiten mit langweiligen Anhäufungen von Adjektiven und völlig übertriebenen Beschreibungen. In spannenderen Szenen bremste die kontinuierliche Beobachtungsgabe von Ann die Handlung. Die hundertfache Wiederholung seiner Augen wie Eiskristalle ödete spätestens nach 1/3 der Geschichte an. Bis am Schluss hatte ich von gewissen Charakteren kein klares Bild, die stets mit den Märchenfiguren benannt wurden, die ihnen Ann beim ersten Zusammentreffen gegeben hatte. Auch die Dialoge sind zwischendurch ätzend langweilig und klebrig durch die ständigen Erwähnungen "... hörte ich mich sagen", oder "... zickte sie zurück". Zudem strotzt das Buch nur so von Grammatik- und Orthografiefehlern. Oft werden auch neue Szenen nicht abgehoben, sondern schliessen nahtlos im Text aneinander.
Noch was: Zuerst ist die Geschichte in Ich-Form aus Anns Sicht geschrieben. Ganz plötzlich, nach mindestens 1/4 Buch, wechselt die Ich-Form zu Jasons Sicht. Zwischendurch werden Erinnerungen kursiv abgedruckt. Auch da ein ziemliches Durcheinander.

Am sympathischsten fand ich Gwen, wenngleich sie nie wirklich Konturen annimmt. Ann und Jason sind beide zu hyperlabil für 18 bis 19 jährige. Beide sind angeblich die coolsten Aufreisser und Rummacher, aber sich gegenüber können sie nur rumzicken, wie kleine Kinder. Dennoch ging mir Anns Vergangenheitsbewältigung zu Herzen. Auch die Szene, als aus Miss Piggy schliesslich doch noch eine menschliche und empathische Chloe wurde.

Wenn das Buch anständig lektoriert und korrigiert würde, wäre es durchaus das Geld und die Zeit wert, die ich investierte. Aber in der vorliegenden Fassung kann ich es nicht weiterempfehlen.

2 Sterne - Nur für Fans des Autors.
 Andy Weir: Der Marsianer
Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 3. Oktober 2015 um 20:01

Ich habe Mist gebaut

"Ich habe Mist gebaut" und "Ich bin im Arsch" sind zwei typische Aussagen von Mark Watney, dem auf dem Mars zurückgelassenen Astronauten. In seinem 450-seitigen Logbuch beschreibt er in seiner charakteristischen, unverkennbaren Art mit trockenem Humor seinen Kampf ums Überleben auf dem Mars. Am Anfang weiss er nicht, dass er von der NASA mit Satelliten, die um den Mars kreisen, beobachtet wird, bis er eine Kommunikationsmöglichkeit findet. Einerseits geniesst er es, wieder mit Menschen kommunizieren zu können, andererseits beladen sie ihn mit Regeln, Aufgaben und Anforderungen, die er manchmal cool einfach missachtet. Schliesslich ist die Erde weit weg und er ist der König des Mars.

Das hervorragend übersetzte, lektorierte und korrigierte Buch ist fehlerfrei! Tatsächlich! Jeder Satz, jeder Dialog sitzt wie ein massgeschneiderter BOSS-Anzug. Ich musste immer wieder über Marks trockenen Humor lachen. Dabei bewies der Autor die hohe Kunst, jeder wichtigen Figur, besonders aber Mark, eine eigene Ausdrucksweise zu verleihen, ohne anbiedernd zu wirken. Einfach der Hammer!

Ich habe mitgefiebert, von der ersten bis zur letzten Seite, an meinen Fingern geknubelt und manchmal gelacht über die drollige Ausdrucksweise von Mark. Ich staunte immer wieder darüber, wie der Autor in der Logbuch-Stimme von Mark Watney es schaffte, komplizierte Reparaturabläufe in einfachen Worten und knappen Sätzen zu erklären, sodass man (als Laie) meint, es sei ein Kinderspiel.

Ich bin von der Geschichte nachhaltig begeistert. Sie enthält keine Brutalität, keinen Sex, keine obszöne Sprache und ist daher für jedes Alter ab 12 Jahren geeignet. Das Buch hat meine uneingeschränkte Leseempfehlung!

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
 Phillip P. Peterson: Paradox
Rezension erstellt von Martin F. am 14. September 2015 um 17:46

Tiefgründiges Sciencefiction-Spektakel

Nachdem immer wieder Sonden im Weltraum verloren gehen, fliegen Ed, David, Wendy und Grace in einem Raumschiff mit neuartigem Antrieb an den Rand des Sonnensystems. Was sie dort herausfinden, übersteigt jegliches Vorstellungsvermögen.

Der Autor beschreibt detailliert hochtechnische Abläufe und Zusammenhänge in einer für Laien verständlichen Sprache. Der Schreibstil ist sehr flüssig und zieht einen förmlich durch den Roman hindurch. Dieser Indie-Roman ist hervorragend lektoriert und korrigiert.

Mit hat das Buch gefallen. In der zweiten Hälfte war teilweise ein deutlicher Spannungsabfall zu bemerken, der aber ab Schluss wieder wett gemacht wurde. Die Leiden der ziemlich bunt gewürfelten Besatzung sind sehr anschaulich beschrieben.

Ich kann das Buch allen Lesern empfehlen, die gerne einen hochtechnischen Space-Roman mit einer grossen Portion Science-Fiction lesen. Ideal ab 14 Jahren.

5 Sterne - Super Roman! Kauf. Das. Buch.
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Minny Baker: Alpha 100

Rezension erstellt von Martin Fischer am 1. November 2017 um 18:55

Stationen einer jungen Liebe

Beth ist schon bald 2 1/2 Jahre bei UCoP in London. Das Buch beginnt damit, dass ihr Henry endlich gesteht, dass er sie liebt. Doch sie sind ihre Stellung als Alpha ones los. Nun müssen sie darum fürchten, überhaupt aus dem Team geschmissen zu werden. Das lassen sie nicht auf sich sitzen und kämpfen. Aber auch ihre junge Liebe erlebt einige Aufs und Abs.

Die Autorin hat sich gegenüber den ersten 2 Bänden stark verbessert. Doch der Hang zu komplizierten Sätzen bleibt. Jedoch sind die Dialoge wieder gewohnt griffig und spannend.

Der erste Band hielt mich in nägelkauender Spannung gefangen. Das konnte dieser dritte Band nicht mehr. Beth und Henry sind authentisch, ich konnte mit beiden mitfühlen. Sean kaufte ich seine Antihaltung gegen das Liebespaar nicht ganz ab, ausser Claire blieben die anderen Alphas für mich etwas farblos und im Hintergrund.

Wer die ersten beiden Bände der Serie gelesen hat, taucht sofort wieder in die von Minny Baker erschaffene UCoP-Welt ein. Ohne Vorkenntnis wird es vermutlich etwas tricky.

4 Sterne – Gute Unterhaltung, kleine Schwächen.


 Laila Ibrahim: Gelber Krokus

Rezension erstellt von Martin Fischer am 9. Juli 2017 um 11:39

Sklaven und die Weissen – Einblick in zwei Welten

Das Buch erzählt zwei Geschichten. Einerseits die der Sklavin Mattie in einem Herrschaftshaus in Virginia um 1836 bis zu ihrer Flucht nach Ohio zwölf Jahre später. Andererseits die von Elizabeth (Lisbeth), die 1836 in eben jenem Herrschaftshaus zur Welt kam und von Mattie als Amme aufgezogen wurde. Da ihre eigene Mutter mit diesem Neugeborenen nichts anzufangen wusste, wurde die Bindung zur Amme umso stärker und bestimmte ihr späteren Lebensentscheidungen. Lisbeths Entwicklung durch verschiedene Stadien des Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalters werden punktuell und doch zusammenhängend erzählt, sodass man mit ihr gross wird.

Lange Passagen in erzählendem, für mich eher langfädigem Stil lösten sich mit Passagen spannender Handlung und zwischenmenschlicher Beziehungen ab, in die ich fieberhaft lesend eintauchen konnte. Insgesamt entwickelt das Buch einen angenehmen Rhytmus, der einen immer wieder weiterzieht.

Das Buch hat mir im Grossen und Ganzen gut gefallen. Lisbeths Entwicklung war stimmig beschrieben und ihre Entscheidung gegen Ende des Buches nachvollziehbar. Mit Mattie litt ich mit, wie als Jugendlicher beim Lesen von Onkel Toms Hütte.

Der Roman wird Jugendliche und Erwachsene gleichermassen ansprechen. Die beschriebenen Liebesszenen würden einem Film „ab 12“ eintragen, ebenso die wenigen Szenen mit körperlicher Gewalt.

4 Sterne – Gute Unterhaltung, kleine Schwächen.


 J. Vellguth: Das Päckchen

Rezension erstellt von M. W. Fischer am 28. April 2017 um 11:36

Wechselbad der Gefühle

Emma arbeitet in einer Kinderbücherei, die durch einen Wasserschaden zum Abrissobjekt wird. Auf ihrem Booktube-Kanal startet sie eine Spendenaktion und verlost ihren wertvollsten Besitz, eine vom berühmten Autor Richard Taylor signierte Autogrammkarte mit persönlicher Widmung. Die Abonnentenzahl dümpelt mit 17 Abonnenten dahin und auch die Spendeneinnahmen von 35 Euro reichen nirgends hin, um die Kinderbücherei zu renovieren. Erst als ihr Lukas, ein neuer Follower, ein Paket und einen Plan schickt, kommt Bewegung in die Sache, in jeder Hinsicht. Doch wer ist Lukas, weshalb will er sich ihr nicht zeigen, welche Fäden hat er gezogen, als Emmas Kanal-Follower plötzlich in die Höhe schnellen? Hat ihre Liebe eine Chance, wenn so viele undiskutierte Geheimnisse zwischen ihnen stehen?

Mit diesem neuen Roman hat die Autorin, Jacky Vellguth, ihren Stil weiter gefestigt, mit ihrer blumigen, vergleichenden Sprache, die im Leser sofort Bilder und Gefühle auslöst. Die Geschichte ist gut durchdacht, es werden früh Hinweise gepflanzt, die gegen Schluss geerntet werden, ohne dass es kitschig oder herbeigezogen wirkt.

Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt. Ich tauchte in das Setting ein, lernte Emma und Lukas kennen und freute mich riesig, als sie entdeckte, wie ihre Followerzahlen in die Höhe schnellten, litt mit, als ihre Beziehung zu zerbrechen drohte und hätte ihnen gerne einen Schubs gegeben, sich endlich zu öffnen und über ihre Vergangenheiten zu sprechen. Wie es so ist, weiss der Leser oft mehr, als die armen Figuren, die nicht aus ihrer Haut können, zumindest nicht so schnell.

Ein herzerwärmender Frühsommer-Roman, und ein absolutes Muss für Romantiker, weibliche wie männliche.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Ella Wünsche: Drei Küsse für ein Halleluja

Rezension erstellt von Martin Fischer am 30. Oktober 2016 um 19:46

Liebesgeschichte mal ganz anders

Sarah verlässt nach 13 Jahren die evangelische Schwesternschaft und zieht zu ihrer Cousine nach Berlin, um einen Mann zu finden und Kinder zu kriegen. Als sie eine Anstellung als Haushälterin bei dem berühmten Schauspieler James King bekommt, ahnt sie nicht, dass ihr Leben schon bald noch mehr auf dem Kopf steht, weil sie sich nämlich verliebt. In einen „Ungläubigen“. Was ist stärker, ihre christlichen Prinzipien oder ihre Liebe zum James?

Den Stil würde ich nicht „locker, flockig“ nennen, sondern eher tiefgründig und ernsthaft, auch wenn es zwischendurch mal witzig wird. Wer selber christlichen (tiefgläubigen) Hintergund hat weiss, dass es eine Szene gibt, die so einer gerade aus dem Kloster ausgetretenen nie passieren würde. Aber die Geschichte ist in sich stimmig und strebt gegen Ende des Buches den Spannungsberg hinauf.

Obwohl der Roman jetzt nicht super spannend war, wirkte er fast hypnotisch auf mich, sodass ich ihn in kürzester Zeit gelesen hatte. Vor allem Sarah ist unglaublich liebenswert und sympathisch. Im Kopfkino sah ich in ihr immer Blake Lively, die auch so herzensgut dreinschauen kann.

Ich überlege mir, den Roman auch in gedruckter Form zu kaufen, und das will etwas heissen. Also meine absolute Leseempfehlung. Grosses Herzkino, warme Gefühle, tiefschürfende Inhalte über Glauben und Authentizität.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Jacky Vellguth: #FolgeDeinemHerzen

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 10. Juli 2016 um 17:40

Mach dich auf etwas gefasst!

Sara, eine angehende Tierärztin, veranstaltet für das Tierheim, in dem sie ein Praktikum macht, eine Spendenaktion und verkauft Cupcakes im Central Park in New York. BigJake, ein Social Media Vlogger mit 4 Millionen Abonnenten, liebt Hunde und veranstaltet ebenfalls eine Spendenaktion für Tierheime, indem er ein Date mit ihm verlost. Sara möchte eigentlich für ihre Freundin ein Date mit einem anderen Vlogger, Milo77, gewinnen, landet aber nach einigen Verwicklungen bei einem Date mit diesem arroganten BigJake, dessen Ego höher als der höchste Wolkenkratzer ist. Und ausgerechnet dieser Blödmann wollte sie an ihrem Cupcakesstand filmen. Doch nach und nach entpuppt er sich als weichherziger, tierliebender Mensch, in den sie nicht anders kann, als sich zu verlieben. Nur, wie lässt sich eine Beziehung zu einem Medienguru, dessen Leben in der Öffentlichkeit abspielt, mit ihrem Trauma vereinbaren, das sie seit der Highschool mit sich herumträgt und peinlich genau darauf achtet, dass ihr Gesicht nie, nie wieder im Internet auftaucht?

Das Buch ist einfach perfekt geschrieben. Schon nach wenigen Zeilen greifen verschiedene Faktoren, die einen durch das Buch rasen lassen: Perfektes Timing, perfekte Wortwahl, Witz, Tragik und steigende Spannung. Dabei werden die Lachmuskeln angesprochen, aber auch die Tränendrüsen. Kein Wort zuviel, keines zuwenig. Einfach perfekt, aber ich wiederhole mich.

Ganz besonders herausragende Szenen: Sara und Jake erleben gerade mit, wie Rocky, ein tauber Hund, eingeschläfert wird, obwohl sie mit ihm spazieren und ihn filmen wollten. Sara hat es verbockt, aber auch Jake ist nicht ganz unschuldig daran. Sie versucht das Steuer herumzureissen, aber er schmeisst die Postkarte ungelesen weg und beachtet auch ihre Mails nicht mehr. Alles droht zu scheitern. Aber, oh Wunder, es ist ja schliesslich ein Liebesroman!

Lass deine Finger von diesem Buch, wenn du nur schwülstige, langatmige Schinken lesen willst. Lass es sein, wenn du ein trauriges Ende suchst, bei dem du dich drei Tage in Taschentüchern suhlen willst.
Allen anderen aber, die eine lustige, nachdenkliche, traurige und euphorische Lovestory suchen mit aktuellstem Bezug zu der heutigen Social Media-Welt, denen sei dieses wunderbare Buch wärmstens empfohlen.
Ich kann leider „nur“ 5 Sterne vergeben, verdient hätte es 10.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Phillip P. Peterson: Transport 2: Todesflut

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 5. Juni 2016 um 12:57

Britzelnde Spannung bis zur letzten Seite

Klappentext: Russell und die anderen Überlebenden des Transporter-Projekts haben zusammen mit einer Gruppe verschollener Soldaten und Wissenschaftler eine Kolonie auf dem Planeten New California gegründet. Nach langen Jahren harter Arbeit blicken die unfreiwilligen Kolonisten endlich wieder hoffnungsvoll in die Zukunft. Aber sie ahnen nicht, dass auf ihrer neuen Heimat eine tödliche Bedrohung auf die Siedler wartet. Als die Menschen die herannahende Gefahr bemerken, ist es fast zu spät und Russell muss im Angesicht des Todes um das Überleben seiner Familie kämpfen.

Der Autor hat seinen tollen Stil weiter perfektioniert und eine absolut wasserdichte Story geschrieben. Wiederum super lektoriert, flutscht die Geschichte fehlerlos rein, was grossen Spass macht.

Meine Meinung: Kontemplative Phasen, die einen verschnaufen lassen, wechseln sich ab mit atemberaubender Action und gut eingefangenen, zwischenmenschlichen Konflikten. Und dann kommt die Todesflut, vor der es kein Entrinnen gibt. Ich ärgerte mich über das Ekel Ben, fühlte mit Drew und zitterte für Russel.

Der erste Band von Transport habe ich vor einiger Zeit gelesen. Trotzdem fand ich schnell wieder den Anschluss, bzw. die Geschichte ist in sich abgeschlossen.
Volle Leseempfehlung für Sci-Fi-Fans.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Dan Sehlberg: SINON

Rezension erstellt von Martin Fischer am 4. Mai 2016 um 20:36

Guter Schreibstil, schwache Story

Es gäbe einige Namen aufzuzählen, wer in dem Roman mitspielt, aber es fällt mir schwer, einen roten Faden zu finden. Das Buch ist die Fortsetzung des Thrillers MONA, auf den immer wieder angespielt wird. Streckenweise ist die Handlung nicht verständlich, wenn man MONA nicht gelesen hat.

Einerseits beherrscht Sehlberg einen spannenden, actionreichen Schreibstil, den er mit tollen Dialogen zu würzen weiss. Andererseits wird viel zu viel Geschichte erzählt in einer Art und Weise, die einen lange rätseln lässt, worum es überhaupt geht.

Meine Meinung: Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks mitgelesen und mich sehr darauf gefreut. Doch schon die ersten Kapitel waren von den unterschiedlichen Schreibstilen durchzogen und die Geschichte wurde je länger, je unklarer. Es gab keinen Protagonisten, der mein Herz gefesselt hätte. Viele Personen verhalten sich dumm und blauäugig und werden jeweils abgeschlachtet. Der Mossad und einige Agenten spielen eine besondere Rolle: Sie sind blutrünstige, menschenverachtende Monster und töten sich ihren Weg zum Ziel.
Nachdem es um einen pandemiefähigen Virus gehen sollte, kam der erstaunlich wenig zum Einsatz.
Das Buch hatte interessante Ansätze und ist streckenweise brilliant geschrieben. Dennoch liess es mich kalt, weil die Geschichte zu verworren und unwahrscheinliche Begebenheiten allzu häufig waren.

Wenn man MONA kennt, könnte es sein, dass die Geschichte Sinn macht. Ohne diese Vorkenntnis – und das wurde in der Ausschreibung der Leserunde behauptet – kann ich das Buch nicht empfehlen.

3 Sterne – Mittelmässiger Roman.


 Daniel Glattauer: Alle sieben Wellen

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 24. März 2016 um 9:03

Das Warten auf Emails zelebriert

Es geht um Leo und Pamela. Und es geht um Emmi, Bernhard und ihre beiden Kinder. Und es geht um Emmi und Leo, und Leo und Emmi. Emmi und Leo schreiben sich wieder Emails. Mal kurze und kürzeste, sodass man kaum mehr folgen kann, wer jetzt gerade schreibt, mal längere (nüchterne) und ellenlange (betrunkene). Sie treffen sich ein paar Mal, aber das erlebt man bloss aus den Emails, die darauf folgen.

Der Schreibstil ist wieder, wie schon im ersten Buch „Gut gegen Nordwind“, witzig, knackig, extravagant, spielerisch und kurzweilig.

Nach dem ersten Buch war ich gespannt, wie es mit der Thematik weitergeht. Leider war das „Neue“ des ersten Buches verflogen, sodass sich die Geschichte zwischendurch etwas zähflüssig hinzog. Trotzdem verschlang ich den Roman, weil ich ständig von der Neugierde getrieben wurde: Löst sich der Beziehungsknoten noch auf? Und wie?

Alles in allem immer noch eine sehr amüsante Unterhaltung, die von der unaufgelösten Spannung und dem zelebrierten Warten auf die nächste Email lebt.

4 Sterne – Gute Unterhaltung, kleine Schwächen.


 Marcus Sakey: Die Abnormen

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 13. März 2016 um 15:17

Erschreckende Extrapolation

Seit 1980 werden auf der ganzen Welt Begabte geboren. Die einen können riesige Zahlen im Kopf rechnen, andere ganze Telefonbücher auswendig lernen. Wieder andere fegen jeden Schachmeister aus dem Spiel oder können Muster erkennen.
Nick Cooper ist solch ein Abnormer, wie sie genannt werden und arbeitet für die Ausgleichsbehörde. Er jagt abnorme Terroristen und Verbrecher, denen die normale Polizei nicht gewachsen ist.
Bis er vom Jäger zum Gejagten wird.

Die zahlreichen Actionszenen sind atemberaubende Pageturner. Dazwischen immer wieder knackige und intelligente Dialoge, bei denen ich aber bemängeln muss, dass man durch die Ping-Pong-Technik oft die Übersicht verliert, wer nun gerade spricht. Auch die kursiv gesetzten Gedankeneinschübe mitten in einer Handlung sind zwar witzig, aber hemmen den Actionfluss.

Wenn man von den kleinen Mängeln absieht, die übrigens Geschmackssache sind, hat mich das Buch von Anfang an gepackt und mir nächtliche Lesestunden beschert. Ich könnte keine Szene nennen, die mir am besten gefallen hat. Das ganze Werk ist einfach clever und erschreckend fantastisch.

Wer gerne intelligente Dystopie-Thriller mit einem Schuss Liebesgeschichte liest, wird seine Freude daran haben.

Klare Empfehlung!

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Jane Austen: Stolz und Vorurteil

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 3. März 2016 um 20:48

Die Geschichte hat mich umarmt und festgehalten

Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich bei diesem Klassiker. Ich habe die Ausgabe von eClassica (15.3.2012) gelesen.

Wohl noch nie habe ich ein solches Buch gelesen. Anfangs erdrückte mich die schwülstige Sprache mit ihren umständlichen, altmodischen Formulierungen fast. Aber schon bald fand ich Gefallen daran, einer langsam und ausführlich erzählten Geschichte zu folgen, die sich dahinzog wie ein Strom aus Joghurt.

Was soll ich sagen? Ich habe mich total in das Buch und die Figuren verliebt. Die Charaktere sind derart lebendig beschrieben, dass man die Peinlichkeiten von Mrs. Bennet und ihren jüngeren Töchtern beinahe körperlich fühlt. Man nervt sich über das kalte, dünkelhafte Getue von Mr. Darcy und leidet mit Jane und Elisabeth. Wo moderne Romane von Anfang an spannend und actionreich sein müssen und man knackige Dialoge erwartet, erweist sich dieser Slowdown als durchaus angenehm und erfrischend. Die aufgetretenen Gefühle äusserten sich viel intensiver, als bei vergleichbaren modern geschriebenen Geschichten.
Eine der schönsten und ergreifendsten Passagen waren die Begebenheiten in Pemberley, als Elisabeth die Haushälterin von Mr. Darcy über diesen schwärmen hörte und derselbige dann auch noch persönlich auftauchte.

Obwohl von eingefleischten Austen-Fans die Übersetzung bemängelt wurde, hatte ich beim Lesen grösstes Vergnügen. Noch näher am englischen Original wäre mir wohl „too much“ gewesen. Wer sich entschleunigen will und die Geduld und Musse aufbringt, sich in diese schöne heile Welt mit ihren Unzulänglichkeiten und Problemen einzufinden, wird an diesem Buch sein grösstes Vergnügen haben.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Martin Fischer: Liebe aus zweiter Hand

Rezension erstellt von danzmoidl am 9. Februar 2016 um 12:35

Da entsteht was Großes

Endlich kenne ich die Vorgeschichte von Regina und Thomas. Ich habe mich schon immer gefragt wie die beiden zusammen gekommen sind. Da mir die anderen Bücher von Martin Fischer so wahnsinnig gut gefallen, war es für mich ein Muss, auch diese Kurzgeschichte in die Hand zu nehmen.

Wie immer super gut. Man kann über die Seiten fliegen, weshalb es einen nicht wundert, dass diese Geschichte in einer halben Stunde gelesen ist.

Ich mag Martin Fischer und ich mag seine Bücher. Die Personen sind so toll dargestellt, man mag am liebsten nach Bern fahren um sie zu treffen. Schade, dass das nicht geht. Die Freundschaft ist ein wichtiges Gut, sie steht in dieser Geschichte im Vordergrund.

Man muss das Buch einfach kaufen / lesen. Eine andere Möglichkeit hat man nicht. Es eignet sich vor allem für Jugendliche / junge Erwachsene, aber auch die ältere Generation wird hiermit sicher seine Freude haben.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Christine Jaeggi: Die Muschelprinzessin

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 4. Januar 2016 um 22:09

Spannender Krimi mit Herz

Nora, eine 27jährige Looserin verliert ihren Job, ihre Familie und Freunde. Das Blatt scheint sich zum Guten zu wenden, als sie Estelle kennenlernt, die Direktorin eines Nobelhotels. Sie bietet ihr einen Job als Empfangsdame an und ein Zimmer im Personalhaus. Als sie auch noch Max, einen einflussreichen, vermögenden und gut aussehenden Banker kennenlernt, scheint ihr das Glück ins Gesicht. Doch kurz nach ihrem Stellenantritt wird Estelles Ehemann, der Direktor, in seinem Büro ermordet. Nora unterstützt den geheimnisvollen Hotelgast, David Preston, bei seinen privaten Ermittlungen und gerät selber immer tiefer in die verzwickten Abhängigkeiten und Intrigen im Dunstkreis der Hoteliersfamilie.

Von der ersten Seite an zog mich die Geschichte und die Protagonistin, Nora, in ihren Bann. Christine Jaeggi schreibt locker und sehr stilsicher. Als Testleser durfte ich das erst grob korrigierte Buch lesen und auch da suchte ich Fehler vergeblich! Super Leistung!

Christine Jaeggi gelang mit diesem Buch ein geniales Meisterwerk. Die Spannung nimmt langsam zu, steigert sich kontinuierlich bis zum Feuerwerk am Schluss. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt gewisse wichtige Geschehnisse im Jahr 1963 in der Bretagne, die auf die aktuelle Geschichte einen entscheidenden Einfluss haben. Aber Christine Jaeggi zögert die Auflösung dieser Backstory bis zum Zerreissen hinaus. Hervorragend gelungen!

Für jeden Krimifan ist dieses Buch ein Muss! Wer die Weltstadt Zürich liebt, findet noch weitere Anreize, dieses spannende Buch zu lesen. Altersgruppe ab 12 Jahren, würde ich sagen.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Susann Rehlein: Die erstaunliche Wirkung von Glück

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 8. Dezember 2015 um 22:44

Wundervoll und tiefgründig

Dorle, eine 24-jährige Frau, lebt im Souterrain eines Berliner Hauses, in dem hauptsächlich Rentner wohnen. Ihren kargen Lebensunterhalt verdient sie mit dem Auffädeln von Kronleuchterkristallen. Ansonsten wird sie von den Hausbewohnern als Dienstmädchen und Fussabtreter missbraucht … wobei … Dorle lässt sich alles gefallen. Sie möchte und kann an diesem Zustand nichts ändern. Bis sie Frau Sonne aus dem 5. Stock kennenlernt und von ihr ein einmalig grosszügiges Angebot erhält: sie soll während deren Abwesenheit in ihrer grossen Wohnung wohnen, muss aber ein paar Auflagen in Kauf nehmen.

Selber ein Autor, verneige ich mich vor dem schönen und flüssigen Schreibstil dieses Buches. Obwohl er vordergründig allen Regeln des Spannungsaufbaus zuwiderläuft, zieht einen die Geschichte sofort in ihren Bann und lässt nicht mehr locker, bis man die letzte Seite gelesen hat. Die Protagonistin macht eine wundervolle Veränderung durch. Vom grauen, unsichtbaren Aschenputel mausert sie sich durch viele Schmerzen und Tränen zur Prinzessin, die ansatzweise schon glänzt und schimmert. Die Geschichte könnte ruhig noch weitergehen.

Die Geschichte hat mich vordergründig nicht so sehr emotional berührt. Doch hat mich das Schicksal von Dorle sehr angesprochen. Das kann nur jemand nachvollziehen, der selber jahrelang unter Missachtung, Ablehnung und Minderwertigkeitsgefühlen gelitten hat.
Die äussere Aufmachung von Effi Schräubchen erinnerte mich stets an Effie Trinket aus den Hunger Games. Frau Sonne blieb völlig farblos im HIntergrund, während ich mir Joe Tornado sehr gut vorstellen konnte. Von Dorle erhielt ich äusserlich kein konkretes Bild, dafür sah ich ihr inneres Wesen klar vor mir.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Es ist nicht ein Liebesroman im herkömmlichen Sinn, eher den Weg einer vom Schicksal zerknautschten Person, die anfängt, zu leben.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Kirsten Wendt, Marcus Hünnebeck: Mein Nachbar und ich

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 1. November 2015 um 22:29

Witzig und temporeich mit pubertären Anwandlungen

Vicky ist eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrem 5-jährigen Sohn Luis den Alltag meistern muss. Simon ist ein alleinerziehender Vater, der mit seiner 5-jährigen Tochter Tilda ein Stockwerk unter Vicky wohnt. Vicky findet Simon einen Kotzbrocken und kann ihn nicht ausstehen. Als die Kita, wo Luis und Tilda tagsüber gehütet werden, bestreikt wird, muss Vicky wohl oder übel ihren unausstehlichen Nachbar Simon fragen, ob er auf Luis aufpassen kann, weil sie gerade eine Woche mit wichtigen, zukunftsträchtigen Terminen wahrnehmen muss.

Die Kapitel sind abwechslungsweise in der Ich-Form Präsens aus Sicht von Vicky und Simon geschrieben. Obwohl es ein Autorenduo war, das vermutlich den männlichen und weiblichen Part auch so unter sich aufgeteilt hat, stellte ich doch keine unterschiedlichen Schreibstile fest. Wirklich eine super Leistung! Für meinen Geschmack kommen ein Quentchen zu viele Kraftausdrücke vor.

Während der ersten beiden Kapitel hätte ich das Buch beinahe gelöscht. Hinterher betrachtet sind die Szenen stimmig, aber als Einstieg eher ungeeignet. Die erste Annäherung von Vicky und Simon ist ganz hervorragend und einfühlsam geschrieben. Man fiebert richtig mit. Die ausführlichen Sexszenen gegen das Ende hin jedoch fand ich eher aufgesetzt. Das hervorragende Buch brauchte sie einfach nicht.

Ich schwanke zwischen 4 und 5 Sternen, entscheide mich aber für 4. Auf jeden Fall bietet es gute, solide Unterhaltung.

4 Sterne – Gute Unterhaltung, kleine Schwächen.


 Daniel Suarez: Kill Decision

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 26. Oktober 2015 um 22:02

Erschreckend realistisch

Professor Linda McKinney erforscht das Verhalten der Weberameisen in Afrika, der kriegerischsten Kreatur der Erde und entwickelt ein Computermodell davon. Odin, Master Seargant einer Undercover Operations Gruppe erhält den geheimen Auftrag, die Drahtzieher hinter einer Serie von tödlichen Drohnenangriffen aufzudecken und auch bei einem Abbruchbefehl weiterzumachen; eine Aufgabe des Auftrages komme für ihn nicht infrage. Als sich die Stränge von Odin und McKinney verbinden – Supersoldat und intelligenter Ameisenforscherin – kommen sie den HIntermännern auf die Schliche.

Die ersten Kapitel sorgten für einige Verwirrung, weil das Buch nicht mit den Protagonisten, sondern mit verschiedenen Action-Szenen beginnt, wie im Vorspann eines Filmes, bevor die Titel eingeblendet werden. Doch im Buch funktionierte das nicht so gut. Als dann McKinney ins Rampenlicht rückt, ergibt alles langsam einen Sinn und die Geschichte nimmt gewaltig an Fahrt auf. Neben technisch-militärischem Jargon, der teilweise allzu extensiv gehandhabt wird, ist der Stil flüssig und spannend.

Dieser sehr realistische Hightech-Thriller hat mich, abgesehen vom etwas verkrampft wirkenden Anfang, total überzeugt und begeistert. Ursache und Wirkung sind stets aufeinander abgestimmt, sodass nie unrealistische Situationen entstehen. Das Grauen vor den autonomen High-Tech-Drohnen nimmt von Prüfung zu Prüfung zu, bis die winzige Mannschaft am Schluss gegen einen Übergegner antreten muss.

Diesem Buch gebe ich eine ganz klare Leseempfehlung mit auf den Weg. Von diesem Autor würde ich wieder einen Roman lesen.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 J. Moldenhauer: Freak like me

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 24. Oktober 2015 um 14:53

Hin und her gerissen

Ann Clancy, eine 18 jährige Schülerin aus New York zieht mit ihrer Mutter in eine unbenannt gebliebene Kleinstadt, um nach traumatischen Erlebnissen einen Neustart zu wagen. Dort gerät sie schon am ersten Schultag mit einer Schlägerbande aneinander und verliebt sich nach vielen Aufs und Abs in Jason, den heissesten Typen der Schule.

Leider muss ich den auf Amazon vorliegenden 1- und 2-Sternrezensionen recht geben. Die Grundidee zur Geschichte ist eigentlich interessant. Zumindest fiebert man mit den beiden Protagonisten mit, bis sie sich endlich aus ihrem Gefühlschaos und den unendlichen Missverständnissen erlösen. Aber weder Schreibstil noch Wortwahl konnten mich mitreissen. Ständig überflog ich Seiten mit langweiligen Anhäufungen von Adjektiven und völlig übertriebenen Beschreibungen. In spannenderen Szenen bremste die kontinuierliche Beobachtungsgabe von Ann die Handlung. Die hundertfache Wiederholung seiner Augen wie Eiskristalle ödete spätestens nach 1/3 der Geschichte an. Bis am Schluss hatte ich von gewissen Charakteren kein klares Bild, die stets mit den Märchenfiguren benannt wurden, die ihnen Ann beim ersten Zusammentreffen gegeben hatte. Auch die Dialoge sind zwischendurch ätzend langweilig und klebrig durch die ständigen Erwähnungen „… hörte ich mich sagen“, oder „… zickte sie zurück“. Zudem strotzt das Buch nur so von Grammatik- und Orthografiefehlern. Oft werden auch neue Szenen nicht abgehoben, sondern schliessen nahtlos im Text aneinander.
Noch was: Zuerst ist die Geschichte in Ich-Form aus Anns Sicht geschrieben. Ganz plötzlich, nach mindestens 1/4 Buch, wechselt die Ich-Form zu Jasons Sicht. Zwischendurch werden Erinnerungen kursiv abgedruckt. Auch da ein ziemliches Durcheinander.

Am sympathischsten fand ich Gwen, wenngleich sie nie wirklich Konturen annimmt. Ann und Jason sind beide zu hyperlabil für 18 bis 19 jährige. Beide sind angeblich die coolsten Aufreisser und Rummacher, aber sich gegenüber können sie nur rumzicken, wie kleine Kinder. Dennoch ging mir Anns Vergangenheitsbewältigung zu Herzen. Auch die Szene, als aus Miss Piggy schliesslich doch noch eine menschliche und empathische Chloe wurde.

Wenn das Buch anständig lektoriert und korrigiert würde, wäre es durchaus das Geld und die Zeit wert, die ich investierte. Aber in der vorliegenden Fassung kann ich es nicht weiterempfehlen.

2 Sterne – Nur für Fans des Autors.


 Andy Weir: Der Marsianer

Rezension erstellt von MartinFischerAutor am 3. Oktober 2015 um 20:01

Ich habe Mist gebaut

„Ich habe Mist gebaut“ und „Ich bin im Arsch“ sind zwei typische Aussagen von Mark Watney, dem auf dem Mars zurückgelassenen Astronauten. In seinem 450-seitigen Logbuch beschreibt er in seiner charakteristischen, unverkennbaren Art mit trockenem Humor seinen Kampf ums Überleben auf dem Mars. Am Anfang weiss er nicht, dass er von der NASA mit Satelliten, die um den Mars kreisen, beobachtet wird, bis er eine Kommunikationsmöglichkeit findet. Einerseits geniesst er es, wieder mit Menschen kommunizieren zu können, andererseits beladen sie ihn mit Regeln, Aufgaben und Anforderungen, die er manchmal cool einfach missachtet. Schliesslich ist die Erde weit weg und er ist der König des Mars.

Das hervorragend übersetzte, lektorierte und korrigierte Buch ist fehlerfrei! Tatsächlich! Jeder Satz, jeder Dialog sitzt wie ein massgeschneiderter BOSS-Anzug. Ich musste immer wieder über Marks trockenen Humor lachen. Dabei bewies der Autor die hohe Kunst, jeder wichtigen Figur, besonders aber Mark, eine eigene Ausdrucksweise zu verleihen, ohne anbiedernd zu wirken. Einfach der Hammer!

Ich habe mitgefiebert, von der ersten bis zur letzten Seite, an meinen Fingern geknubelt und manchmal gelacht über die drollige Ausdrucksweise von Mark. Ich staunte immer wieder darüber, wie der Autor in der Logbuch-Stimme von Mark Watney es schaffte, komplizierte Reparaturabläufe in einfachen Worten und knappen Sätzen zu erklären, sodass man (als Laie) meint, es sei ein Kinderspiel.

Ich bin von der Geschichte nachhaltig begeistert. Sie enthält keine Brutalität, keinen Sex, keine obszöne Sprache und ist daher für jedes Alter ab 12 Jahren geeignet. Das Buch hat meine uneingeschränkte Leseempfehlung!

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


 Phillip P. Peterson: Paradox

Rezension erstellt von Martin F. am 14. September 2015 um 17:46

Tiefgründiges Sciencefiction-Spektakel

Nachdem immer wieder Sonden im Weltraum verloren gehen, fliegen Ed, David, Wendy und Grace in einem Raumschiff mit neuartigem Antrieb an den Rand des Sonnensystems. Was sie dort herausfinden, übersteigt jegliches Vorstellungsvermögen.

Der Autor beschreibt detailliert hochtechnische Abläufe und Zusammenhänge in einer für Laien verständlichen Sprache. Der Schreibstil ist sehr flüssig und zieht einen förmlich durch den Roman hindurch. Dieser Indie-Roman ist hervorragend lektoriert und korrigiert.

Mit hat das Buch gefallen. In der zweiten Hälfte war teilweise ein deutlicher Spannungsabfall zu bemerken, der aber ab Schluss wieder wett gemacht wurde. Die Leiden der ziemlich bunt gewürfelten Besatzung sind sehr anschaulich beschrieben.

Ich kann das Buch allen Lesern empfehlen, die gerne einen hochtechnischen Space-Roman mit einer grossen Portion Science-Fiction lesen. Ideal ab 14 Jahren.

5 Sterne – Super Roman! Kauf. Das. Buch.


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