Ein Zusatzkapitel entsteht, Teil 5/6

Bist du neu in diese Miniserie eingestiegen? Für den vollen Genuss empfehle ich dir, bei Teil 1 der Serie anzufangen.

Im letzten Abschnitt trat endlich der Konflikt ein. Matthew, der dieses Picknick so liebevoll vorbeiretet hat, muss zuerst die Störung durch einen weiteren Hollywood-Star und ihren durcheinandergeratenen Freund hinnehmen. Dann werden sie im Nirgendwo ohne Handyempfang von einem gefährlichen Buschfeuer überrascht. Matthew fährt mit Georges Quad los, um Hilfe zu holen, wird aber von einer Flammenwand gestoppt und muss wieder umkehren.

Diese Szene wird nicht ganz so lang, wie die letzte. Aber jetzt springe ich in den „Flow“ und fahre mit der Geschichte fort:

Ein Date mit dem Kameramann (Teil 4)

Als er bei den anderen ankam, war der Picknickplatz schon in Rauch gehüllt und sie hielten sich hustend befeuchtete Tücher vor den Mund.

»Das Feuer hat uns den Weg abgeschnitten. Wir müssen irgendwie die Feuerwehr alarmieren, damit sie einen Rettungshubschrauber schicken. Hat jemand von euch eine Handyverbindung?«

»Ich habe gar kein Handy«, sagte Amber wütend. Natürlich, daran hatte er nicht gedacht. Während ihrem Monat als Star hatte sie kein Handy. Er blickte Lisa an.

»Und du?«

»Nein, kein Empfang. Aber schau mal auf dem Quad. George sagte, er habe ein Satellitenhandy eingebaut.«

Matthew stieg wieder hinauf. Da gab es tatsächlich eine Kunststoffbox, die jedoch abgeschlossen war. »Hast du einen Schlüssel?«

»Ist er nicht am Zündschlüssel dran?«

Er probierte es, hatte aber keinen Erfolg. »Ich muss die Box aufbrechen.«

»Das Werkzeug ist unter dem Sattel.« Er fand einen Schraubenzieher, setzte ihn an und brach mit einigem Würgen und Ächzen die Box auf. Darin fand er tatsächlich ein Satellitentelefon. »Wahnsinn, dass man ein solches Gadget überhaupt in ein Quad einbaut. Aber hoffen wir, dass es uns rettet. Weiss jemand, wie das Ding funktioniert?«

»Zeig’s mir mal«, sagte Amber und nahm es ihm aus der Hand.

»Woher willst du das wissen?«

»Ich bin Informatikerin«, sagte sie und drückte auf dem Telefon herum. Plötzlich schnaufte sie erleichtert auf und stellte den Notruf ein. Rasch erklärte sie die Situation mit George, dem Buschfeuer und wo sie sich befanden. »Okay, danke, und beeilen Sie sich, die Flammen rücken rasch näher.«

Sie gab Matthew das Telefon zurück. »Ich hoffe, du bist nicht in deinem Stolz verletzt«, sagte sie schmunzelnd, wurde aber gleich wieder ernst. »Sie schicken einen Hubschrauber und Löschflugzeuge.« Hustend band sie sich wieder das Tuch vor den Mund. »Wie geht es George?«

»Sein Puls geht flach, aber konstant. Ansonsten ist er nicht bei Bewusstsein.«

»Der Operator hat gesagt, wir sollen versuchen, ihm etwas Süßes zu geben, am besten Traubenzucker oder Orangensaft. Haben wir so etwas hier?«

»Ja, ich habe Orangensaft mitgebracht«, sagte Matthew und rannte zu ihrem Picknicksplatz. Er goss einen Becher voll ein und trug ihn zu George zurück. Lisa nahm ihn ihm aus der Hand und probierte, ihm ein paar Tropfen einzuflößen. Aber er schluckte nicht.

Amber kniete sich auch nieder. »Versuche es, indem du den Finger hineintauchst und seine Lippen benetzt.« Matthew staunte, wie sie in dieser Situation mit einem kühlen Kopf behielt, wo er sie doch im Alltag oft hilflos und schüchtern erlebte.

Sie hob den Kopf und sah ihn an. »Was ist?«

Er warf ihr ein Lächeln zu. »Wo hast du das alles gelernt?«

»Ich bin ausgebildete Sanitäterin.« Sie grinste. »Das traut man mir nicht zu, was?«

Er hob die Hände. »Hey, ich hab nichts gesagt.«

»Jaja, schon gut. Ich hab deinen Blick bemerkt.«

Das Prasseln der Flammen kam immer näher, und der Rauch wurde beißender. »Hoffentlich kommt bald Hilfe, sonst werden wir hier gegrillt«, sagte Lisa hustend.

Wie auf ihr Stichwort, ertönte das wummernde Schlagen eines Hubschraubers aus dem Tal herauf. »Da kommt die Kavalerie«, meinte Matthew und blickte sich um. »Aber wie will der vier Personen abtransportieren? Da haben zwei, allerhöchstens drei Leute drin Platz.«

Amber fand einen genügend grossen freien Platz, wo der Hubschrauber landen konnte. Sie stellte sich so auf, dass sie den Landeplatz vor sich hatte und gegen den Wind schaute. Dann streckte sie die Arme V-förmig in die Luft und schrie den anderen zu: »Bleibt unten!«

Der Hubschrauber drehte ein und landete perfekt vor Amber. Sie sah aus wie eine Göttin, als ihre langen, goldblonden Haare wie eine Schleppe hinter ihr im Luftstrom der Rotoren flatterten. Der Pilot stieg aus und rannte geduckt unter den im Leerlauf drehenden Rotorblättern dorthin, wo George am Boden lag.

»Hi, ich bin Logan. Leider kann ich nur drei von euch mitnehmen. Aber ich setze euch unten ab, und komme gleich nochmals hoch, um die vierte Person zu holen.«

Sie schauten sich an. Jemand müsste zurückbleiben. »Lisa, George und Amber, steigt ein. Ich warte hier«, sagte Matthew.

»Nein, kommt nicht infrage, ich bleibe«, widersprach ihm Amber.

»Geht’s noch? Ich bin für dich verantwortlich, also mach, dass du in den Hubschrauber kommst.«

»Das ist meine Entscheidung. Ich will, dass du in Sicherheit bist.«

»Logan, hilfst du mir mit George? Er hat Diabetes und ist vermutlich unterzuckert.« Die beiden Männer packten George an Armen und Beinen und schleppten ihn zum Hubschrauber, wo sie ihn in die Ladebucht legten.

»Und jetzt Lisa, setz dich neben George.«

Matthew drehte sich um, Amber stand direkt hinter ihm. Ohne weiter zu fragen, nahm er sie auf die Arme, ließ sich auch durch ihre Gegenwehr nicht beirren und hievte sie auf den Sitz des Kopiloten. »Los, schnall dich an.«

Sie kreischte. »Matthew, du sollst mitfliegen.«

Er schlug die Tür zu. Der Pilot saß auch schon auf seinem Sitz, und Matthew rannte geduckt aus dem Drehbereich der Rotorblätter. Das Donnern steigerte sich und kurz darauf hob der Hubschrauber vom Boden ab. Die Flammen waren schon bedrohlich nah gekommen. Eine zweite Landung würde nicht mehr gelingen.

***

Beurteilung meiner Tagesleistung

Jetzt läuft die Geschichte fast wie von selber. Sie spult wie ein Film vor meinem inneren Auge ab und ich musste mich beeilen, um sie abschreiben zu können. Das ist immer der spannendste Teil, wenn ich nicht mehr mühsam eine Story entwickeln muss, sondern sie sich selber entwickelt.

Den 5. und letzten Teil der Geschichte stelle ich in einer Woche vor.

Diskussion

  • Wie gefällt dir die Entwicklung der Geschichte bis jetzt?
  • Was würdest du anders/besser machen?
  • Sind die Personen so beschrieben, dass auch noch Raum für die eigene Fantasie bleibt?

Weiter zu Teil 6/6 der Miniserie …

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