Ein Zusatzkapitel entsteht, Teil 4/6

Bist du neu hier? Dies ist die Entwicklung eines Bonuskapitels zu meinem neuen Roman „Famous in L.A. – Liebe mit Hindernissen“, der am 4.12.2017 veröffentlicht wird. Beginne am besten mit Teil 1 dieser Minifolge.

Nachdem sich im 2. Teil die Sage von Audrey und Jorge dazwischen gedrängt hat, ist es heute Zeit, den Konflikt entstehen zu lassen. Vielleicht muss ich zuerst ein Machtwort sprechen.

„Matthew, jetzt keine Sperenzchen mehr. Verstanden?“

Er nickt. „Klar, du bist der Boss.“

Ich lache. „Da hast du verdammt recht. Also, führe Amber jetzt auf den Hügel und geniesse dein Picknick. Und halt dich bereit, wenn es Ärger gibt.“ Er grummelt etwas, rennt um den Wagen herum und öffnet Amber die Tür, um sie austeigen zu lassen.

Ein Date mit dem Kameramann (Teil 3)

Matthew breitete die beiden Wolldecken im dürren Gras aus. Es war die einzige Stelle, von der aus man ungehinderte Sicht auf das einige Kilometer entfernte, tiefblaue Meer hatte. Die Sonne sank wie ein riesiger, glühender Heißluftballon dem Horizont entgegen. Ein Luftstrom wie aus einem Haartrockner strich von der Küste her in die Hügel hinter ihnen. Abgesehen vom Rascheln der ausgetrockneten Büsche schwieg die Welt und genoss den bald anbrechenden Abend.

»Setz dich, Amber. Darf ich die Idylle kurz fotografieren?« Er zog eine Pocketkamera aus seinem Rucksack und sah Amber mit einem bettelnden Hundeblick an.

Sie schmunzelte. »Das ist unfair, Matthew. Du weißt, dass ich diesem Blick nicht widerstehen kann. Also, was muss ich tun?«

»Nichts, bleib einfach so mit angezogenen Beinen sitzen. Und beachte mich nicht, ich bin gleich fertig.« Er nahm sie von verschiedenen Winkeln aus auf, gab hin und wieder eine knappe Anweisung und ließ sich schließlich mit einem zufriedenen Seufzen auf die zweite Decke sinken. »Einfach fantastisch! Möchtest du die Bilder sehen?«

Sie nickte und rutschte etwas näher. Er ließ die Fotos durchlaufen. »Welches gefällt dir am besten?«

»Geh nochmals drei oder vier Bilder zurück. Das da mit meiner Silhouette vor der Sonne. Wenn du willst, kannst du es sogar auf Instagram posten«, sagte sie lächelnd.

»Mal schauen. Ich finde es auch sehr gut gelungen. Vielleicht sollte ich es für eine bessere Gelegenheit aufheben. Aber wenn ich etwas posten soll, können wir noch speziell eines dazu aufnehmen …«

Er wurde durch das röhrende Knattern eines Motors unterbrochen, das den Fußweg hochkam. Wie eine Furie sprang ein überdimensionierter Quad auf den Hügel und bremste kurz vor dem Abgrund in einer Staubwolke. Laute Musik drang weiterhin aus einem Gettoblaster, nachdem der Motor abgestellt worden war. Ein Mann und eine Frau stiegen ab und schauten sich um.

Amber richtete sich auf. Eine steile Falte über ihrer Nase zeigte ihr Missfallen über diese Störung. Plötzlich hellte sich ihr Gesicht auf. »Schau mal, Matthew, ist das nicht Lisa Connelly?« Er sah sich die Frau auch genauer an.

»Kann schon sein, aber was tun die hier oben? Und schau mal den Mann an, der ist eindeutig verladen mit irgendwelchem Drogenzeugs.«

Tatsächlich benahmen sich die zwei ziemlich seltsam. Er lachte krächzend, lallte ständig etwas von einer Tüte und wühlte unkoordiniert in einer Box, die auf dem Gepäckträger befestigt war.

»Ich meine gehört zu haben, dass Lisa einen neuen Freund hat«, sagte Amber. »Der ist ein wenig unheimlich, aber sie würde ich gerne mal begrüßen.«

Matthew sah genervt zu den beiden Störenfrieden hinüber. »Ich hab das schönste Plätzchen ausgesucht, und nun machen die alles kaputt. Wollen wir woanders hingehen?«

Amber stand auf. »Nein, warte noch, ich geh mal Hallo sagen.« Knurrend sprang er auch auf die Füße, streckte die Hände in die Gesäßtaschen und folgte ihr.

Mit ein paar raschen Schritten war Amber bei den beiden. »Hey zusammen! Ich bin Amber Ames, und das ist Matthew, mein Kameramann.«

Lisa drehte den Kopf und ihr Freund schaute ebenfalls herum. Seine Augen irrten unkontrolliert herum, und Lisa wirkte äußerst besorgt. Matthew kannte die beiden nicht, aber er witterte Gefahr, als Amber auf die beiden zulief. Er legte einen Spurt hin, und schloss zu Amber auf. Nur für alle Fälle.

Lisa schüttelte abweisend den Kopf. Etwas stimmte überhaupt nicht.

»Ey, wer seid ihr denn, ihr Trantüten?«, lallte ihr Freund. »Habt ihr meine Tüte geklaut?«

»George, lass sie, die sind hier am Picknicken.«

Matthew schob sich vor Amber und hoffte, dass sie den Ernst der Situation auch erkannt hatte. »Hi. Wir wollten tatsächlich soeben mit Essen anfangen. Braucht ihr Hilfe?« Er trat einen weiteren Schritt auf den immer mehr desorientierten George zu.

»Nein, alles okay«, wehrte Lisa ab. Doch in ihren Augen erkannte Matthew einen stummen Hilfeschrei.

»Bist du gefahren, George?«

Doch der reagierte kaum noch auf seine Umwelt, sondern wühlte immer verzweifelter in der Tasche. »Wir müssen zurück, Süße. Ich habe meine Tüte unten am Strand verloren.« Er wollte auf das Quad steigen, erwischte aber den Bogen nicht und fiel neben das Vorderrad.

Matthew sagte mit fester Stimme: »George, du bist nicht mehr in der Lage zu fahren. Komm, setz dich mal hin. Möchtest du essen und trinken?«

»Ja, setz dich erst mal, Liebling«, sagte Lisa flehend.

Plötzlich fiel George zu Boden, zuckte und wälzte sich hin und her.

»Mein Gott, was hat er denn?«, flüsterte Amber, und kauerte sich nieder. »Hat er Drogen genommen?« Sie blickte Lisa an.

Die schüttelte den Kopf. »Nicht, dass ich wüsste. Wir sind noch nicht so lange zusammen. Das erlebe ich zum ersten Mal.« Plötzlich weiteten sich ihre Augen. »Ich glaube, er mal was von Insulin erwähnt.«

Nun kauerte sich auch Matthew neben George. »Ob er Diabetes hat? George, kannst du mich verstehen? Hast du Diabetes? Wie können wir dir helfen?«

Doch George war nicht mehr in der Lage, zu antworten. Matthew sah Lisa und Amber an. »Hat jemand eine Idee, was wir machen können?«

Beide schüttelten den Kopf. Er nahm das Handy, und wollte den Notruf wählen. Doch es kam keine Verbindung zustande. »Mist, hier oben haben wir keinen Empfang. Kannst du das Quad fahren?«, sagte er zu Lisa.

Sie verneinte, es war das erste Mal, dass sie einen solchen Ausflug machten.

»Ich könnte es, aber bekommen wir ihn sicher auf den Sitz, ohne dass er in der nächsten Kurve runterfällt?«

Sie prüften die Situation, mussten aber davon absehen. Ihn wie ein erlegtes Wild auf den Gepäckträger schnallen konnten sie auch nicht.

»Dann muss ich euch zurücklassen und mit dem Quad Hilfe holen. Versucht, ihm Wasser einzuflößen, und schützt ihn vor der Sonne. Ich bin bald zurück.« Matthew schwang sich auf das Quad, startete den Motor, und fuhr sorgfältig den Weg zurück.

Plötzlich hielt er an und schnupperte. Der Wind hatte gedreht und von den Hügeln wehte ein beißender Rauchgeruch. Hinter der Hügelkuppe stieg orangegrauer Rauch auf, der sich in ihre Richtung wie ein Teppich ausbreitete. Bereits verdunkelte er die Sonne, die nur noch drei Handspannen über dem Horizont stand. Nun züngelten die ersten dunkelroten Flammen hinter dem Hügel in die Höhe, wurden rasch kräftiger und fraßen sich mit einem prasselnden Geräusch durch die ausgedörrte Buschlandschaft.

Was sollte er tun? Wenn er weiter fuhr, konnte er Amber nicht beschützen, je nachdem wie sich die Situation entwickelte. Andererseits musste er Hilfe anfordern, einen Notarzt für George und die Feuerwehr. Wenn sich das Feuer unbeachtet weiterfraß, bedrohte es womöglich die Häuser im nächstgelegenen Tal und an der Küste. Er entschied, dass sie nur eine gute Chance hatten, wenn er weiterfuhr.

Doch nach wenigen hundert Metern endete seine Fahrt vor einer Flammenwand, die soeben die Holzbrücke über einen Graben zerstört hatte, der ihn von der Straße trennte. Er wendete, und fuhr den Weg mit Höchstgeschwindigkeit wieder zurück.

***

Beurteilung meiner Tagesleistung

Und erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Als ich die Geschichte entworfen habe, schwebte mir Gewalt und Stress mit prügelnden Securityleuten vor. Wer hätte gedacht, dass dieser seltsame Freund „nur“ unter Diabetes leidet? Dummerweise wissen die drei anderen nicht, wie damit umzugehen ist. Aber viel schlimmer ist die Situation mit dem Buschfeuer, das sie von der Strasse abschneidet. Vielleicht sollte ich noch besser herausarbeiten, dass der Aussichtspunkt auf einer Steilklippe liegt, über die sie ohne Hilfsmittel nicht flüchten können.

Teil 4 der Geschichte stelle ich wieder nächste Woche vor.

Diskussion

  • Wie gefällt dir die Entwicklung der Geschichte bis jetzt?
  • Was würdest du anders/besser machen?
  • Sind die Personen so beschrieben, dass auch noch Raum für die eigene Fantasie bleibt?

Weiter zu Teil 5/6 der Miniserie …

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